Jahresbericht Landesfrauenrat 2012

Der Landesfrauenrat Rheinland-Pfalz kann auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2012 zurückblicken.

Die erste Mitgliederversammlung - verbunden mit einer Podiumsdiskussion - fand am 21.04.2012 statt. Thema der Veranstaltung war „Alte und neue Frauen-Netzwerke". An der Podiumsdiskussion nahmen Frau Dr. Inge Rudolf (Präsidentin des Zonta Club Mainz) und Frau Christiane Schauder (Präsidentin des Soroptimist Club Mainz) als Referentinnen teil. Die Moderation wurde von unserer Ehrenvorsitzenden, Frau Ingeborg Zohlnhöfer, übernommen.

Die Vortragsveranstaltung wurde vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung und vom Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen mitfinanziert. Gelungen ist es, in diesem Rahmen Vernetzungsarbeit zu leisten zwischen allen Mitgliedsverbänden, indem die Vortragenden von ihren Verbandsstrukturen, ihrer Entstehung und den heutigen Erfolgen und Problemen berichtet haben.

In der nachfolgenden Diskussion wurden viele Gemeinsamkeiten herausgearbeitet; Denkanstöße für die eigene Verbandsarbeit konnten mit nach Hause genommen werden.

Quintessenz:

Die Zusammenarbeit der Mitgliedsverbände und des Dachverbandes Landesfrauenrat Rheinland-Pfalz e.V. könnte noch effektiver gestaltet werden durch Kooperation bei Einzelveranstaltungen der Mitgliedsverbände mit dem Landesfrauenrat Rheinland-Pfalz e.V. Dabei vermögen die unterschiedlichen Erfahrungen mit Netzwerksarbeit und Frauenförderung der einzelnen Mitgliedsverbände wertvolle Impulse für die Arbeit des Landesfrauenrates Rheinland-Pfalz e.V. sein.

Desweiteren war der Landesfrauenrat Rheinland-Pfalz e.V im Jahr 2012 wieder beim RIGG-Projekt und Interventionsrat präsent.

Zum 60-jährigen Jubiläum des hessischen Landesfrauenrates mit Empfang des dortigen Ministerpräsidenten Bouffier habe ich am 28.08.2012 in Wiesbaden mit einem Grußwort die Landesgrenzen überschreitende Wertschätzung von Seiten des Landesfrauenrates Rheinland-Pfalz e.V. zum Ausdruck gebracht.

Der Landesfrauenrat Rheinland-Pfalz e.V. hat an der Konferenz der Landesfrauenräte Deutschlands (Thema: Frauenarmut) in Stuttgart vom 21.09.2012 bis 23.09.2012 mit Frau Kahl-Jordan und Frau Bergweiler teilgenommen.

Das ganze Jahr 2012 war geprägt von intensiven Vorbereitungen für unser 20-jähriges Jubiläum am 17.11.2012. Zu unserer großen Freude konnten wir zu unserem Jubiläumsdisput mit dem Thema „Frauensolidarität" großartige Festrednerinnen gewinnen:

- Frau Renate Schmidt, Bundesministerin a.D.,
- Frau Dr. Pia Grundhöfer-Neufeldt.

Große Probleme jedoch bereiteten die Finanzierung und die Raumsuche für diese Veranstaltung; auch gab es von Seiten der Staatskanzlei hinsichtlich der Teilnahme vom – damaligen – Ministerpräsidenten Kurt Beck sich wöchentlich ändernde Zu- und Absagen!

In der Zeit der Vorbereitung des Jubiläums war im Vorstand wortwörtlich „Frauensolidarität" immer neu gefordert!!!

 

In den Grußworten und Vorträgen der Rednerinnen fanden wir immer wieder uns durch zahlreiche Beispiele mangelnder Frauensolidarität nachhaltig berührt.
Auch gab es von Seiten der Staatskanzlei hinsichtlich der Teilnahme von Regierungspräsident Kurt Beck sich wöchentlich ändernde Zu- und Absagen.
In der Zeit der Vorbereitung des Jubiläumsdisputs war in der Vorstandsarbeit Frauensolidarität immer wieder neu gefordert.
Für alle diejenigen, die das Pech hatten, an diesem Tag persönlich nicht dabei zu sein, zitieren wir aus dem Resumee von Frau Elke Grün, die dem Vorstand die Pressearbeit in der Nachbearbeitung dankenswerterweise abgenommen und zeitnah bewältigt hat:
„Das ZDF war als Veranstaltungsort geradezu prädestiniert: Frauen und Medien gehören zusammen. Mit ihnen zu kooperieren war u.a. ein Anspruch der zum Teil anwesenden Gründerinnen des Landesfrauenrats – darunter auch die Ehrenvorsitzende Ingeborg Zohlnhöfer. Es waren vorausschauende Frauen, die den Landesfrauenrat am 21. November 1992 ins Leben riefen.
Seither führt er Veranstaltungen sowie Fortbildungen für seine Mitgliedsverbände durch und begleitet z.B. Projektarbeit.
Partner des Landesfrauenrats ist u.a. die Landesregierung, die auch diese Jubiläumsveranstaltung mit Wort und Tat unterstützte.
Im Grußwort sprach die Justizstaatssekretärin Beate Reich die Bedeutung des Landesfrauenrats an. Er zeige sich nicht nur in der Vielfalt seiner Mitglieder, sondern er sei auch überaus aktiv und zugleich der größte Dachverband auf Landesebene. Vor allem gebühre dem Ehrenamt großer Dank. Die Vertreterin der Landesregierung hob den Landesfrauenrat als Impulsgeber hervor: insbesondere für die Ziele der Gleichstellung, die Alterssicherung von Frauen, bei der Unterstützung gegen Gewalt an Frauen, der Kinderbetreuung oder der Förderung von frauenrelevanten Gesetzesvorhaben.

Aus Sicht des gastgebenden ZDF beleuchtete Susanne Kayser bemerkenswerte Aspekte aktueller Frauenarbeit und die dafür so notwendige Frauensolidarität aus nicht alltäglichem Blickwinkel.

Die Historikerin Dr. Pia Grundhöfer-Neufeldt von der CDU-Landtagsfraktion begab sich mit dem Plenum auf eine Zeitreise. Dabei führte sie zu den möglicherweise wenig bekannten Wurzeln des heutigen Deutschen Frauenrats. So sei seine Entstehungsgeschichte ohne die tatkräftige Unterstützung der Besatzungsmächte, der Briten und Amerikaner, nicht zu denken."

Zu ergänzen ist, dass das Musikensemble der Maria Ward-Schule Mainz zu Beginn und in den Umbaupausen einen hervorragenden musikalischen Rahmen schufen. Danke dort auch für das finanzielle Entgegenkommen und die privaten Spenden zweier Mitgliedspersonen.
Darüber hinaus konnten wir dank der zahlreichen Spenden unserer eigenen Mitgliedsverbände das Catering des ZDF-Casinos für die Pausen und den späteren Umtrunk finanzieren.

Frau Grün hat sehr treffend in ihrem Pressebericht zusammengefasst, ich zitiere nochmal:
„Zwischen den Grußworten und dem historischen Beitrag inspirierte der Jubiläumsdisput zwischen Renate Schmidt, Bundesfamilienministerin a.D, und Ulrike Kahl-Jordan: Mitreisend und informierend, manchmal nachdenklich oder auch im Erzählcaféstil zog Renate Schmidt die Zuhörerinnen in ihren Bann und ermutigte sie, solidarisch zu sein.

Was ist Solidarität? Was meint Frauensolidarität? Es sei nicht mehr und nicht weniger darunter zu verstehen als

  • die Zusammenarbeit mit anderen für ein gemeinsam definiertes Ziel
  • aber Zusammenarbeit unter Hintanstellung eigener Interessen
  • der Gefahr entgegenzutreten, dass sich die Interessen zersplittern
  • solidarisch zu sein - auch bei differierenden Weltanschauungen, dies sei, wenn sie ausgeklammert werden, möglich
  • solidarisch zu sein, d.h. dass sich Frauen bei aller Unterschiedlichkeit respektieren und akzeptieren und
  • sich im Verhältnis zu den Männern klar zu machen, dass sie nicht die besseren Menschen seien
  • festzustellen: die gesetzlich verankerte Frauenquote, die auf eine paritätische Besetzung der Stellen hinzielt, sei dringend zu fordern – besonders von Landesfrauenrat."

Beim anschließenden Umtrunk war einhellige Meinung, dass Frauensolidarität für die eigene Verbandsarbeit bereichernd ist. Es wurden neue Fakten beleuchtet und an die Vertreterinnen unserer Mitgliedsverbände appelliert, Impulse zu setzen und in ihrem Engagement nicht nachzulassen.

Ich möchte an dieser Stelle allen aktiven Helferinnen, allen Mitwirkenden im Hintergrund, den Spendern, Gästen und Freunden danken, die dieses Jubiläum ermöglicht haben.

Nicht zuletzt hatte die Qualität unserer Veranstaltung und unsere Nachhaltigkeit, den Erfolg der Finanzierung der Veranstaltung durch das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung und das Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen.

Ulrike Kahl-Jordan
Vorsitzende

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Ulrike Kahl-Jordan

Vorsitzende